Presse

Erlebnisparty im Pflanzenhaus des Luisenparks

"Sonntag Aktuell" Corinna Schmitz; Bild: Proßwitz 8.3.2005
Karibik-Flair mitten in Mannheim

Urlaubsatmosphäre im wohlig warmen Pflanzenschauhaus: "Karibik live" zauberte tropische Stimmung, Musik und beste Laune in den Luisenpark.

Mannheim. Bei angenehmen 26 Grad Celsius zwischen effektvoll ausgeleuchteten Bananenstauden, Flamingoblumen und Kakaobäumen flanieren, Süßkartoffelsuppe oder Shrimpscocktail schlemmen, zum Nachtisch Schokofrüchte und dauernd umgeben von Musik, die gute Laune macht. Klingt wie Urlaub? "Karibik live" nannte sich dieses Experiment mitten in Mannheim, im tropischen Pflanzenschauhaus des Luisenparks, das etwa 300 Besucher wagten.

Am Konzept liegt der ausbleibende Besucheransturm nicht, das beweisen die Gäste, die liebend gern den Gedanken an Schneeregen und Kälte mit dem Mantel am Eingang abgeben. Mollig warm ist es im Inneren, das die Mitarbeiter des Luisenparks für den kari-bischen Auftritt herausgeputzt haben. Das Pflanzenschauhaus gibt eine wunderbare Kulisse für Veranstaltungen dieser Art ab. Eine Woche lang hat Parkelektriker Rudi Malterer mit einem Kollegen Schweinwerfer und Lampen im Grünen installiert, die die tropischen Gewächse eindrucksvoll in Szene setzen. Vom Foyer schallt schon die Musik herüber, dort spielt "Mr. Wonderful" Gabriel Maglo mit seiner Band auf. Die fünf Musiker mit ihrer stimmgewaltigen Sängerin Lady Aysha beherrschen das ganze Repertoire von Blues über Soul, Pop bis hin zu lateinamerikanischen Klängen. Bei ihnen steht keiner mehr still.

Ihre Rhythmen klingen auch bis ins Cafe des Pflanzenschauhauses, wo die Mitarbeiter mit Strohhut und bunten Hemden leichte karibische Mahlzeiten servieren. Fisch- und Hühnchen-Variationen an Iitschi-Limetten-sauce stehen hier neben einer Süßkartoffelsuppe auf der Speisekarte. Damit sind die kulinarischen Angebote aber längst nicht ausgeschöpft. Ständig begegnen den Besuchern beim Spaziergang durch die Räume weitere Angebote. Sogar bei den Amphibien, Regenbogenboa und Amethystpython - die sind ja auch nachtaktiv - und an den Aquarien wartet eine Bar mit Durstlöschern. "Besonders gut finde ich die Idee, dass überall Stände aufgebaut sind", findet denn auch Susanne Rosvall, die mit ihren 20 Jahren zum unterrepräsentierten jüngeren Publikum gehört, was sie aber keineswegs stört. In einer ruhigen Ecke bietet die Weinheimer Konditorei Kress ein Schokoladenfondue an, in das die Gäste wahlweise Obst, Baumkuchen oder Kokosbällchen tauchen können. Nicht weit entfernt steht der "Cof-fee-Store" mit freundlichen Helfern, die Kaffeespezialitäten offerieren. Außerdem mixen Luisenpark-Mitarbeiter eigenhändig Cocktails und locken mit "Indian Gipsy" und "Tequila Sunrise" oder "Speedy Gonzales". Verdursten muss keiner, dafür hat der Betreiber des Cafes gesorgt. Georgios Droukas hatte zwar mit mehr Besuchern gerechnet, ebenso wie Parkchef Joachim Költzsch, trotzdem möchte er in der Veranstaltung am liebsten die Basis für die Zukunft gelegt wissen. "Ein bisschen Leben hier reinbringen und neue Wege gehen, dafür bietet sich die Kulisse doch an", ist er überzeugt. Költzsch klingt ganz ähnlich: "Gerade in der kühleren Jahreszeit sehnen sich die Leute doch nach Wärme, da kann man diese tolle Location hier prima nutzen."

Der Meinung sind auch die durchweg zufriedenen Besucher, die sich inzwischen in die große Halle bewegt haben, wo Christian Habekost mit seiner "Chako Music Show" beginnt. Der Kurpfälzer Wortakrobat teilt sich die Bühne mit dem "Los Rebeides Or-questra", fünf hochkarätige Musiker und die tanzenden Sängerinnen Janett de Lara, Anna Krämer und Bettina Habekost, die die skurrilen Refrains wie "Halt die Gösch", "Wer is der Honnebambl" oder "Des is die Hitz" intonieren. Habekost bewegt sich wie immer stilsicher vorbei am politisch Korrekten, was ihm freilich keiner übel nimmt. Er erzählt vom mangelnden Rhythmus der Deutschen, stellt seinen "kleinen Kubaner" Xavier Mili an den Trommeln vor, dem das Taktgefühl im Blut liegt, und bringt mit seinem Sprechgesang und aberwitzigen Ideen das Publikum nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Tanzen. In den Pausen hält DJ La Brujita die Gäste mit Salsa und Meren-gue bei Laune. Wer es lieber ruhiger mag, der findet ein Plätzchen im Tropenhaus, dort kommt das Vogelgezwitscher nicht nur aus den Volieren, sondern auch von einer CD, ebenso wie das Löwengebrüll und quakende Frösche, was Dschungel-Atmosphäre schafft. "Karibik live" eben.

"O du fröhliche" klingt neben der Krippe

i-k © Mannheimer Morgen - 27.12.2004
Traditionelles Weihnachtssingen vereinigt Besucher und Chöre im Luisenpark

Endlich gibt es im Luisenpark zu Weihnachten neben Heu und Stroh für die Tiere an der Krippe auch wahlweise gedeckte Tische für hungernde und frierende Besucher, Pünktlich zu den Feiertagen heizten im Seerestaurant die Brüder Holger und Oliver Kraus die Küche an und Im Cafe Pflanzenschauhaus machte Georgios Droukas als neuer Pächter sein Versprechen wahr, auf Betriebsferien zu verzichten, So konnten sich viele am zweiten Feiertag entweder erst festlich verwöhnen lassen oder nach dem Konzert mit weihnachtlichen Weisen aufwärmen. Dietrich Edinger hatte zwar gut 120 Mann seiner Chorgemeinschaft Frohsinn Friedrichsfeld, Sängerbund Seckenheim, Liederhalle und Chorvereinigung Käfertal mobilisiert, das einleitende "Ihr Kinderlein kommet" klang jedoch noch zögerlich. Erst als Veranstaltungsleiter Andreas Dauth zum Mitsingen animierte - 'Das gehört nun seit bald 30 Jahren dazu" - und der Musikzug Schefflenz mithalf, entstand der gemeinsame Chor "Fröhliche Weihnacht überall . , ." rings um die Krippe, Über Maria, Josef und dem Kind blinkte der Komet, und während sich die Schafe in den Stall zurückgezogen hatten, hielt der Esel dem weihnachtlichen Auftrieb stand und ließ sich sogar kraulen. Zum traditionellen Programm gehörte die Geschichte, die Kurpfalzradio-Chef Gerhard Mandel las, vom Kind aus einem Land In dem vieles, aber kein Christfest gefeiert wurde. Doch auf seine Frage "Weihnachten, was ist das?" gab's neben vielen Antworten schließlich diese: "Wenn ich froh bin!".

Mit Dietrich Edinger und Thomas Roth an der Orgel erklang aus vielen Kehlen zum Schluss das "O du fröhliche" weit über den Luisenpark. Bei vier Grad und gelegentlich Nieselregen hielten alle durch. Gern genutzt wurde der Parkbesuch, um die im Vorverkauf billigere Jahreskarte 2005 zu erstehen. 3100 Besucher im Luisen-, 1800 im Herzogenriedpark meldete denn auch Stadparkvize Hermann Seester.

Ein Rohstoff für hochprozentige Drinks

Luisenpark widmet der Agave eine Ausstellung der Fotografin von Elsa Hennseler-Etté
Hubert Mathes, Mannheimer Morgen am 14.8.2004, Bild Proßwitz

Seerosenterrasse

Mit der Fotokamera den Argaven ins grüne Herz geschaut: Die Fotografin Elsa Hennseler-Etté zeigt Bilder der Wüstengewächse im Pflanzenhaus des Luisenparks

Wie Schwerter recken sich die dicken, festen Blätter gen Himmel. An der Seite tragen sie Dornen, scharf wie Haifischzähne. Die Spitze eines jeden Blattes ist mit einem langen, braunen Stachel bestückt. Wehrhaft ist diese Pflanze auf jeden Fall. Besucher der Ausstellungshalle des Pflanzenhauses im Luisenpark tun gut daran, die Warnungen auf den Schildern ernst zu nehmen: "Bitte nicht berühren". Der Luisenpark hat einer Pflanze eine Ausstellung gewidmet, die in unseren Breiten als Kübelpflanze weit verbreitet ist. In subtropischen Gefilden ist sie dagegen ein bedeutender Wirtschaftsfaktor - die Agave. 25 verschiedene Agavenarten sind in der Ausstellungshalle zu sehen, zusammen mit Bildern der Mannheimer Fotographin Elsa Hennseler-Etté. Sie hat den Agaven in Mexiko und auf den Kanaren mitten ins fleischige Herz geschaut und interessante Details der bizarren Sukkulenten eingefangen. Direkt daneben laden die lebenden Exponate zum Vergleich ein: Große Blattrosetten mit graugrünen, fleischigen Blättern oder kleine, unscheinbare Exemplare, die sich auf den sandigen Boden ducken. In der Ausstellungshalle wurzeln bekannte Arten wie die Agave americana - eine unserer ältesten Kübelpflanzen. Wenig Ansprüche stellt sie an den grünen Daumen. Sie verabscheut zwar Staunässe und Frost, hat aber gegen eine Dürre in der Urlaubszeit ihres Eigentümers nichts einzuwenden. Sicher noch bekannter ist die Agave tequilana. Mit dem Produkt ihrer blaublättrigen Variante hat wohl ein mancher schon sein blaues "Wunder" erlebt. Aus ihr wird Tequila hergestellt, das ist ein besonders edler Mezcal - ein mexikanisches Getränk ähnlich dem Branntwein. Rohstoff dafür sind Agavenherzen, die, wenn sämtliche Blätter abgehauen sind, dem Aussehen nach einer Ananas ähnlich sind. Durch Gären, Brennen und Lagern entsteht ein Getränk mit rund 40 Prozent Alkohol. Starkes hält die Agave aber nicht nur für die Kehlen bereit. Stark macht sich die Sisalagave auf vielen Schiffen. Aus den Blattfasern dieser Pflanze werden Taue gefertigt - aber auch Teppiche, Fußmatten, Sandalen und Garn. Die Ausstellung im Luisenpark informiert über die wirtschaftliche Bedeutung der Agaven, etwa auch als Lieferant von Süßstoff. "Agave" kommt ursprünglich aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt etwa "die Herrliche", "die Erhabene", "die Edle". Erhaben ist das Gewächs wirklich, wenn es zum ersten und letzten Mal in seinem Pflanzenleben einen bis zu zehn Meter lohe Blütenstamm in den Himmel schiebt. trotzdem gilt: "Nicht berühren!" Die Inder wissen schon, warum sie Agaven als lebende Zäune längs ihrer Bahnlinien aufziehen. Durch diesen Dornwald stolpert so schnell keiner auf die Gleise und vor den Zug... ' Die Ausstellung "Agave - Bilder von Elsa Hennseler-Etté" ist im Pflanzenschauhaus des Luisenparks bis Sonntag, 12. September, zu sehen. Öffnungszeiten: 10 bis 18.30 Uhr. Passend zum Thema gibt es im Cafe Pflanzenhaus kulinarische Genüsse.

Neue Gerichte und länger geöffnet

Georgios Droukas übernimmt Café Pflanzenschauhaus von Walter Herrdegen

Im Café Pflanzenschauhaus des Luisenparks steht ein Pächterwechsel bevor. Walter Herrdegen, der das Café seit der Bundesgartenschau 1975 geführt hat, tritt in den Ruhestand. Mit Beginn des neuen Jahres übernimmt die so genannte "Gute Mannheimer Stube" Georgios Droukas.

Der künftige Pächter, der in Darmstadt mit dem Café Bormuth und dem Fürstenbahnhof schon zwei angesehene Häuser führt, wurde von dem 65-jährigen Walter Herrdegen dem Aufsichtsrat der Stadtpark GmbH vorgeschlagen. Der 39-jährige Georgios Droukas kündigt an, die Tradition des Lokals fortzuführen. Den Kuchen wird er weiter von dem Bruder seines Vorgängers, dem Mannheimer Konditor Hans Herrdegen, beziehen. Zu einschneidenden Neuerungen sieht der neue Pächter griechischer Abstammung schon deshalb keinen Anlass, weil Kundenbefragungen einen sehr hohen Grad an Zufriedenheit ergeben haben.

Nur die Freifläche wird mit neuem Mobiliar, kleineren Tischen und Heizstrahlern, auch um die Öffnungszeiten zu verlängern, versehen. Ab 2. Januar soll das Café nämlich täglich geöffnet sein und der bisherige Ruhetag wie die Betriebsferien abgeschafft werden. Schon ab 9 Uhr gibt es Frühstück, bei einem erweiterten Angebot. Bis 19 Uhr bietet das Café warme Küche bei einer Öffnungszeit bis 20 oder 21 Uhr an. Die Speisekarte will Georgios Droukas um vegetarische und italienische Nudelgerichte und um Salate erweitern. Im Dezember wird das Café wegen Umbauarbeiten schließen.

Sag im Café leise Servus

Luisenpark: Ära Herrdegen geht zu Ende
27.November 2003, Mannheimer Morgen

Überfüllt war Sonntagnachmittag das Café Pflanzenschauhaus, als sich viele Stammgäste von Walter und Wiltraud Herrdegen verabschiedeten.

Der jetzt 64 Jahre alte Konditormeister und seine Frau geben (wie schon berichtet), ihren Betrieb ab Januar an den 40 Jahre alten Hotelkaufmann Georgios Droukas als neuen Pächter weiter. Der Darmstädter will das populäre Cafe im Luisenpark nach erheblichen Investitionen ab Januar mit grösserem Speiseangebot und längeren Öffnungszeiten, aber weiterhin mit Kuchen und Torten aus dem Herrdegen-Stammhaus in E2 betreiben. Stadtparkchef Joachim Költzsch dokumentierte seinen Dank an das Ehepaar Herrdegen, die ihren Vertrag mit der Stadtpark GmbH bereits 1974 geschlossen hatten. Weil er 344 Monate im Betrieb stand, erhielt Walter Herrdegen das Luisenpark-Motiv von Dieter Portugal mit der Limit-Nummer 344. Für Ehefrau Wiltraud gab es einen Strauß aus 28 Rosen, sieben Gerbera und fünf Nelken für eben soviele Jahre, Monate und Tage die auch sie ihrem Mann zur Seite stand.

Im Luisenpark-Café endet die Ära Herrdegen

Pächterwechsel: Georgios Droukas kommt aus Darmstadt
Mannheimer Morgen - 12.9.2003

Eigentlich wollte er gar kein großes Brimborium um seinen Abschied vom Café im Pflanzenschauhaus machen. Nach fast 30 Jahren hört Walter Herrdegen (65) am 20.November auf, die Menschen im Luisenpark mit Kaffee, Kuchen und allerlei Leckereien zu versorgen: "Es fällt mir schwer". Damit geht eine Ära zu Ende - und das mussten natürlich Stadtpark-Chef Joachim Kölzsch sowie Aufsichtsratvorsitzender und Erster Bürgermeister Dr. Norbert Egger gestern entsprechend würdigen. Ab 2.Januar 2004 übernimmt Georgios Droukas (40) das traditionsreiche Lokal.

"Die gute Stube des Luisenparks muss in hervorragenden Händen bleiben. Das erwarten die Bürger von uns", betonte Egger vor der Presse. Deshalb habe die städtische Gesellschaft sich sehr intensiv mit der Herrdegen-Nachfolge beschäftigt.. Költzsch ergänzte:"Wir haben uns früh über den Nachpächter verständigt." Und auch Walter Herrdegen ist überzeugt: "Herr Droukas wird das Café kompetent weiter führen. Das richtige Know-how hat er dazu."

Der Sohn eines Griechen kommt aus dem Hotelfach, ist seit 17 Jahren selbstständig und leitet seit 1997 das traditionsreiche Caféhaus Bormuth in Darmstadt. Außerdem hat er dort vor knapp einem Jahr das Restaurant "Fürstenbahnhof" übernommen.

Jetzt freut er sich auf "die reizvolle Aufgabe", im Luisenpark gastronomisch zu wirken. "In groben Zügen wird im Café-Pflanzenschauhaus alles so weiter gehen wie bisher", versprach Droukas am Donnerstag den Journalisten. So gebe es auch weiterhin den Herrdegen-Kuchen, der gehöre einfach dazu. Ob die sechs festen Mitarbeiter übernommen werden, ist noch nicht klar. Sicher ist, dass der Darmstädter "Führungskräfte" mitbringen wird. Über seine Investitionen wollte er nichts sagen, eine sechsstellige Summe fließe ins Objekt. Vor allem in der Küche soll's technische Veränderungen geben. Als Neuerung will Droukas den Ruhetag abschaffen, das Lokal soll ab dem neuen Jahr täglich geöffnet sein. Auch Betriebsferien wird es nicht mehr geben. Letztmals jetzt im Dezember ist geschlossen - auch wegen Aufräumarbeiten und Umbau.

Wenn's wieder los geht, können die Gäste ab 9 Uhr schon zum Frühstück einlaufen. Abendspaziergängern will der neue Mann bis 19 Uhr warme Küche servieren, geöffnet ist bis 20 oder 21 Uhr. "Wir werden gucken, ob das funktioniert", so Droukas, ein Jahr möchte er testen, ob seine Gäste das Angebot annehmen. Den Kollegen aus der Luisenpark-Gastronomie bietet der neue Zusammenarbeit an, "denn nur in der Gemeinschaft können wir etwas erreichen."